Moin Jörg,
eigentlich wollte ich es bei meinem Nachtrag bewenden lassen.
Erst einmal möchte ich Dir zu deinem Klassiker gratulieren. Breitling hatte damals wirklich hervorragende Uhrwerke eingekauft und äußerst hochwertige Armbanduhren gebaut. I.d.R. kamen seit den 40er Jahren die Chronographenwerke von der Firma Venus, Automaten wurden von Felsa bezogen.
Nachtrag: Bevor ich unausgegorenes in die Welt setze habe ich noch mal meine Quellen*) konsultiert. Weder in den deutschen Flume-Werksucher von 1943, 1953 und 1963 letzmalig redigiert und in dem Engelkemper "Werkspiegel" 1967, noch in dem Catalogue officiel des pièces de rehabilillage pour montres suisse von 1955 taucht die Firma "Breitling" als Uhrwerkhersteller auf. In den deutschen Nachschlagewerken enthalten sind alle relevanten Hersteller aus Deutschland, England, Frankreich und der Schweiz seit Begin des 20. Jahrhunderts.
Falsch ist, das die RAF (Royal Air Force, GB) auschließlich die Fliegeruhren von Breitling bezog. Richtig dagen, das seit den 30er Jahren als Dienstuhren der RAF ausschließlich Handaufzuguhren ohne Stoßsicherung von IWC, LeCoultre, Hamilton, Buren und Smith bezogen wurden. Dabei hatten alle den gleichen Werkdurchmesser, so das es wärend des 2. Weltkrieges vorkommen konnte, das nach dem zyklisch vorzunehmenden Service Uhrwerke in Gehäusen fremder Herrsteller wiederzufinden waren.
Meine Kritik an der Marke bezieht sich auf die aktuelle Produktion. Zu Begin der 80er Jahre war Breitling pleite. Ein Investor kaufte ausschließlich die Marke und ließ die Uhren zunächst bei Kelek bauen. Kelek wurde später von Breitling übernommen.
Breitling hat in dieser Zeit keine Borduhren gebaut. Von Flugzeuginstumenten ganz zu schweigen.
Zur Lieferung von Ersatzteilen: Da ist Breitling nicht alleine. Hatten zunächst Patek-Phillipe und Vacheron-Constantin nur Konssesionäre beliefert, so bekamen seit den 70er Uhrmacher auch von Rolex**) und Cartier keine Teile mehr. In jüngster Zeit liefern fast sämtliche Marken keine Ersatzteile an Nichtkonssesionäre. Was einem Berufsverbot gleich kommt. Von den Marken der Ritchmond-Groupe (Cartier, Baume&Mercier...) bekommen selbst Konssesionäre KEINE Teile mehr. (Sollen sie sich ihren Schrott doch sonstwo hinstecken!). Seit diesem Jahr bin ich von Omega, wo ich jahrelang Kunde war, nur noch Teile, wenn ich mich von dieser Marke zertifizieren lasse. Was mit der Kleinigkeit von € 14.000,- netto zu buche schlagen würde. Das sit ungefär so, als Apotheker 1.400.000,- auf den Tisch blättern müßten um die Produkte der Firma Bayer verkaufen zu dürfen... So beziehe ich meine Ersatzteile eben auf dem grauen Markt im Internet.
der Uhrmacher am Werktisch der sein Wissen nicht bei Wikipedia (allein) erwirbt
*) mein nicht geringe Bibliothek
**) Rolex-Uhren repariere ich nur bis zu den zu Begin der 80er Jahren gebauten Modellen. Bei allen die jünger sind ist der Stahl der Räderwellen so mieserabel, das bei drei Jahre alten Uhren i.d.R. das komplette Räderwerk ersetzt weren muß.Da ist es einfacher die Uhren gleich zu Rolex zu schicken.
so...genug jetzt, ich wollte es nicht vertiefen, aber ich denke ich sollte das noch mal klar stellen, ok?!